Ein Bad zum Lehrabschluss

Es ist eine lange Tradition in der Druckbranche, die gelernten Polygrafen und Drucktechnologen nach bestandener Lehrabschlussprüfung zu «Gautschen». Auch das PrintCenter übt diesen traditionellen Brauch noch immer mit grossem Stolz aus.
Streng geheim bleibt der Zeitpunkt der «Gautschete» für die betroffenen Lehrabgänger. Nur der Rest des Teams weiss, wann dieses Gaudi startet. Die ständige Angst und die Ungewissheit wann es soweit ist, plagt die Lernenden täglich, bis der Signalruf «Packt an!» ertönt. Sie werden dann gefangen, gefesselt und zum nächstgelegenen Brunnen gefahren, wo sie auf einen nassen Schwamm gesetzt, mit kaltem Wasser überschüttet und anschliessend in den Brunnen geworfen werden. Mit diesem Brauch werden die Sünden der Lehrzeit abgewaschen und die Lernenden als «Jünger Gutenbergs» getauft.

Familienmitglieder stehen nach der heiteren Taufe mit Ersatzkleidern bereit, damit beim anschliessenden Apéro in trockenen Kleidern angestossen werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt findet dann das Gautschessen statt, welches durch die getauften Lernenden organisiert wird. Dort erhalten sie ihren Gautschbrief, eine Urkunde mit Siegel, welcher die Taufe bestätigt und die Jünglinge in den Kreis der «Jünger Gutenbergs» aufnimmt.

Am Donnerstag, 28. Juni 2018, war es für unseren Lernenden Marco Blum soweit. Am Abend kurz vor Feierabend wurde er vom ganzen Team gepackt, gefesselt und in ein Palett gesetzt. Mit Freude wurden auch gleich die ersten Kübel Wasser ausgeleert. Anschliessend machten wir uns auf den Weg zum Dorfbrunnen in Hergiswil. Dort angekommen war die Überraschung gross, dass sich Marco inzwischen von seinen Fesseln befreit hat und fliehen wollte. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd konnte er dann doch noch getauft werden.